25
Aug
2005

„Schönen Sonntag noch“ 08.08.05

Tausend Splitter
bin ich und kitte und klebe
und wieder bricht alles.
Wie kleine Explosionen.
Dann passt wieder mal nichts zusammen.

ein Stück, wie ein alter Mann, der nie dazu lernen konnte.
Bin das junge Mädchen, das lieber eine Blume wäre.
Spüre den noch sehr jungen Mann, der in die Welt stürmt voller Mut und verloren in der Ecke steht der kleine Junge, verängstigt, träume ich von mir.

Ein langer grader Weg, führt er durch hohe, dunkle Fichten und scheint ohne Ende. War doch alleine losgegangen, meine Hündin an der Leine. Meine Angst und Wut im Bauch. Soviel davon, dass ich mal locker aufs Frühstück verzichten konnte. Wer atmet da hinter mir? Keucht meinen Namen flüsternd mir ins Ohr. Habe den Gestank von ihm in der Nase.
Schön auf dem Weg bleiben. Auch der Fichtenbestand ist begrenzt. An seinem Rand jetzt wild wuchernde Sträucher, grasbewachsener Weg. Es gibt diese Stellen im Wald, an denen scheinbar jäh alles endet. Hier ist es hell und nie von anderen gesehen. Plötzlich ist kein Weg mehr da, muss ich aufmerksam sein. Sehe, wo es weiter gehen könnte. Stille, starrer Moment, wie auf einem Foto. Nur meine Hündin und ich, wir bewegen uns. Steht er vor mir, halb verlegen, halb triumphierend, hat dieses dämliche Grinsen, bettelnde Augen. Sehe ich das Messer in meiner Hand. Sticht es auf ihn ein oder tue ich das?
Dunkelrotes Blut, moosgrüner Waldboden, schöne Farben.
Tauche ich auf der Strasse auf, sind dann da Radfahrer. Emsig strampeln sie an mir vorbei. Ein Auto wird zu mir und dann ganz schnell an mir vorbei gefahren. Auf der anderen Straßenseite steht er mit dem Messer in der Hand. Während ich auf ihn zugehe, höre ich seine üblichen, wortreichen Entschuldigungen. Seine Erklärungen und nie spricht er auch nur einen Satz zu Ende. Meine Hündin entdeckt am beginnenden Waldweg ein Kaninchen, zerrt an der Leine. Steht da eine Frau auf einem gefällten Baum. Sehe in ihr meine Schwester, tonlos und starr immer wieder diesen Satz wiederholend. Ihr versichern, wie recht sie doch habe, frage ich dann, was wir denn tun können. Meine Hündin ist jetzt mit der Maus beschäftigt, die sie unter Blättern wähnt. Ich liebe es, wenn sie so stehen bleibt, den Kopf leicht schief legt und wunderschön ist mit ihrem Jagdtrieb.
Und hier geht es in den Keller der toten Kinder. Sind Reste ihrer entstellten Skelette, zerstückelte Knochen, zertrümmerte Schädel. Sanft scheint der Mond auf meine Haut. Mordlust durchströmt mich, alles zerschlagen und mich vom Rand der kleinen Schlucht da vorne auf die schöne, lange abgestorbene Fichte stürzen.
An der nächsten Kreuzung begegnet uns ein Paar ohne Gesichter. Sein gurkenförmiger Kopf trägt statt einem Gesicht, rote, kleine Punkte. Wie Pickel. Sie wirkt ganz normal, doch manchmal verschwindet ihr Gesicht und es fallen Schubladen von Dächern mit lautem Getöse. Stimmen, wispernd wie Mäuse. Warum so ängstlich? denke ich. Höre meine dunkle Stimme, wie Donnerhall. Weiß den Weg. Erleichtert danken die Mäuse und fliehen in kopfloser Furcht. Meine Hündin untersucht die leeren Schubladen, nicht der kleinste Krümel bleibt. es ist nicht wahr oder? Doch?
Ein altes Lied geht mir durch den Kopf und gehe ich den falschen Weg. Züge rattern, Autos hupen.
Wer ist er? Lebt er noch? Freue mich über seine Faulheit. Würde er mich sonst besuchen oder er hätte verrückte Einfälle. Nachher schriebe er mir noch einen Brief?
Eine Familie taucht auf.: „ Oh, ein Husky, darf ich den streicheln? Wieso hat der zwei verschiedene Augenfarben?“ Die Papiertüte über dem Kopf trägt meinen Mund. Freundlich gibt sie Auskunft. Misstrauisch beobachtet, ist der Mund schnell und geschickt, weiß wann er lächeln muss. Unter Pilzen werden winzige Kinder gefesselt. Sehne ich mich zu den Wolken. Die Tochter der Familie will die Hand des Vaters nehmen, die erschrocken zurückweicht. Schaue wieder in dieses verlegene, wortreiche Erklären. Alles bleibt stumm. Sehe in das schöne Tal während das Mädchen sich auszieht mit diesem Gesichtsausdruck, den Kinder haben, wenn sie wissen, dass nichts mehr zusammen passt. „ Ja, schönen Sonntag noch“ Pisst er mir ins Gesicht, weine ich, soll mich doch nicht so anstellen.
Müde bin ich. Einfach nur müde liege ich mitten auf dem Weg. Lasse die Tränen laufen. Meine Hündin tröstet mich. Wo bin ich hier?
Nein, niemand soll mich so finden, so sehen. Laufe den Weg, sehe nichts, spüre nichts, laufe nur noch, laufe, laufe.
Jeder Wald ist überall Wald. Ich kann mich blind in jeden Wald fallen lassen. Wenn der Wald dann meint, ich solle wieder zu Hause sein, stehe ich wieder vor meiner Haustüre. Hastig aufschließend, zittrig vor Angst und Hunger. Blasen an meinen Füßen. Meiner Hündin ist das egal, sie kennt mich. Zu hungrig um zu essen, schlinge ich Haferflocken mit Kakao runter. Dumpf falle ich aufs Bett, schlafe schlagartig ein.

Wie lange habe ich geschlafen? Das Telefon schellt. „Hab ich dich geweckt? Was machst du? Gehts dir gut?“ „ Ja, Ja, “höre ich mich sagen. „Hab einen Spaziergang gemacht, war schön. Danach schlaf ich immer gerne ein bisschen. Nee, gut, dass du mich geweckt hast

27
Jul
2005

wie stark ist der Mensch

hurra
wir Leben noch ,
wir leben nach jeder Flut ,
mit Zuversicht ,
nach dem all dunklen Wellenreiter
nach dem Wetterleuchten mitten im Sturm
das Flammenmeer der untergehende Sonne
unter der Haut schmilzt das gefühl
die Berge des Feuers
die Täler des Windes
löscht so manch auf kommende Zeit
Dunkelheit im Leben des Menschen
Stärke , schwäche anerkennen dem Menschen
Morgen , heute , gestern , JETZT
kann man , will man , muss man .....
stark sein der Mensch ?

12
Jul
2005

sommerpause

träge ziehen ein paar sehr weiße wolken am himmel ich liege im schatten unter einem apfelbaum
nicht wirklich alt der baum doch viel zu früh gealtert erinnert er mich an mich
trägt kaum früchte bietet den sonderbarsten wesen ein zuhause
sobald ich auf die verückte idee komme etwas zu tun befällt mich merkwürdige müdigkeit
wenn ich liege geht es
dann komme ich mir in dem verschlafenen zustand sogar wach vor
habe ich diesen jungen wirklich gesehen? tätowiert am ganzen körper ach nein geträumt habe ich von ihm
als ich wach wurde musste ich an den mann auf dem fahrrad denken
ich bin sehr kurzsichtig und als er mir entgegen kam dachte ich er wäre schwarzhäutig
doch warum schimmerte seine haut so bläulich?
auf meiner höhe sah ich sein vollkommen tätowiertes gesicht und die vielen gepiersten stellen an seinem kopf
ein kleiner anflug von angst löste er in mir aus
er war so unwirklich
Mut der Verzweiflung dachte ich
dieser übergang von traum und wachzustand
wie die zerfransten ränder der wolken am blauen himmel
eine eidechse klettert immer wieder misstrauisch umher schauend an der holzwand hoch
meine hündin schläft
ein vogel landet ganz dicht neben mir betrachtet mich und fliegt laut schimpfend davon
zwei weinbauern schwätzen mit breitem dialekt im nachbargarten es klingt wie das noch entferntere bellen der hunde
aufblitzende metallreflektion am hohen himmel kleiner wie eine mücke malt das flugzeug zwei streifen an den himmel
erinnerung an den deutschlehrer der seine ihm wichtigen sätze immer sehr langsam an der tafel unterstrich an was dachte er dabei?
manchmal reden menschen mit mir die ich nicht kenne
sie tauchen in meinem kopf auf und sprechen sätze die ich schon einmal irgendwo gelesen habe
adamo war ein sänger der tränen auf reisen schickte und meine schwester hat sehr für ihn geschwärmt
noch heute verstehe ich meine eifersucht nicht ganz soll sie doch mit ihm weinen
wer weint den sonst mit ihr?
ich bin von euren wegen abgekommen und auf meiner insel gestrandet schmerzt mich meine einsamkeit mein köstlicher schutz
ganz genau sehe ich den weg und es gruselt mich bei dem gedanken ihn zu gehn
nein verirrt habe ich mich nicht
nein alleine will ich nicht sein
ich möchte nur nicht euer lied singen möchte nicht die ausgetretenen pfade gehn
ich brauche platz und sehr viel zeit

2
Jun
2005

an Lady

liebe Lady
ich wünsch dir alles gute für morgen und dass du alles gut überstehts.
Schicken dir unsere kleine Bergfee wo Glück dir bringt wenn du in deinen Traum bist und sie wird sitzen bei dir und viel Klcükssternchen über dich streuen .
Dein Herrchen wird dich auch gut beschützen . Streicheln dir über dein Kopf
mach gut Lady sei tapfer und dein Herrchen galuben und zünden eine Kerze heute abend an und sie wird den ganzen Tag brennt für dich .
liebe Grüsse du treue Seele Feenstaub

3
Mai
2005

dankbar

wie geht es dir wenn du die Zeitung liest?
wenn du Nachrichten schaust?
nicht immer muss ein Mensch etwas Schlimmes erlebt haben, um mitzufühlen, wie es jemand ergehen kann, der durch immer wieder neue Schreckensmeldungen an seine Geschichte erinnert wird.
es tut mir gut, einmal so gefragt zu werden. es tut mir gut, zu spüren, wie ein junger Mensch, dem ich von meiner Geschichte erzähle, erkennt, um welches gesellschaftliches Problem es da geht. Da war mal jemand nicht sensationslüstern.
Auch war es eine Wohltat, diese spontane Hochachtung meiner Leistungen zu bekommen.
Manchmal ergeben sich solche Gespräche für mich, wo ich dann vor der Entscheidung stehe, erzähle ich nun von meiner Geschichte, oder lasse ich es sein.
Selten ist es ein so konstruktiver Moment, wie jetzt neulich mit diesem jungen Mann.
Ich bin mir sicher, dass er ein guter Vater wird. Ich bin ihm sehr dankbar
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