„Schönen Sonntag noch“ 08.08.05
Tausend Splitter
bin ich und kitte und klebe
und wieder bricht alles.
Wie kleine Explosionen.
Dann passt wieder mal nichts zusammen.
ein Stück, wie ein alter Mann, der nie dazu lernen konnte.
Bin das junge Mädchen, das lieber eine Blume wäre.
Spüre den noch sehr jungen Mann, der in die Welt stürmt voller Mut und verloren in der Ecke steht der kleine Junge, verängstigt, träume ich von mir.
Ein langer grader Weg, führt er durch hohe, dunkle Fichten und scheint ohne Ende. War doch alleine losgegangen, meine Hündin an der Leine. Meine Angst und Wut im Bauch. Soviel davon, dass ich mal locker aufs Frühstück verzichten konnte. Wer atmet da hinter mir? Keucht meinen Namen flüsternd mir ins Ohr. Habe den Gestank von ihm in der Nase.
Schön auf dem Weg bleiben. Auch der Fichtenbestand ist begrenzt. An seinem Rand jetzt wild wuchernde Sträucher, grasbewachsener Weg. Es gibt diese Stellen im Wald, an denen scheinbar jäh alles endet. Hier ist es hell und nie von anderen gesehen. Plötzlich ist kein Weg mehr da, muss ich aufmerksam sein. Sehe, wo es weiter gehen könnte. Stille, starrer Moment, wie auf einem Foto. Nur meine Hündin und ich, wir bewegen uns. Steht er vor mir, halb verlegen, halb triumphierend, hat dieses dämliche Grinsen, bettelnde Augen. Sehe ich das Messer in meiner Hand. Sticht es auf ihn ein oder tue ich das?
Dunkelrotes Blut, moosgrüner Waldboden, schöne Farben.
Tauche ich auf der Strasse auf, sind dann da Radfahrer. Emsig strampeln sie an mir vorbei. Ein Auto wird zu mir und dann ganz schnell an mir vorbei gefahren. Auf der anderen Straßenseite steht er mit dem Messer in der Hand. Während ich auf ihn zugehe, höre ich seine üblichen, wortreichen Entschuldigungen. Seine Erklärungen und nie spricht er auch nur einen Satz zu Ende. Meine Hündin entdeckt am beginnenden Waldweg ein Kaninchen, zerrt an der Leine. Steht da eine Frau auf einem gefällten Baum. Sehe in ihr meine Schwester, tonlos und starr immer wieder diesen Satz wiederholend. Ihr versichern, wie recht sie doch habe, frage ich dann, was wir denn tun können. Meine Hündin ist jetzt mit der Maus beschäftigt, die sie unter Blättern wähnt. Ich liebe es, wenn sie so stehen bleibt, den Kopf leicht schief legt und wunderschön ist mit ihrem Jagdtrieb.
Und hier geht es in den Keller der toten Kinder. Sind Reste ihrer entstellten Skelette, zerstückelte Knochen, zertrümmerte Schädel. Sanft scheint der Mond auf meine Haut. Mordlust durchströmt mich, alles zerschlagen und mich vom Rand der kleinen Schlucht da vorne auf die schöne, lange abgestorbene Fichte stürzen.
An der nächsten Kreuzung begegnet uns ein Paar ohne Gesichter. Sein gurkenförmiger Kopf trägt statt einem Gesicht, rote, kleine Punkte. Wie Pickel. Sie wirkt ganz normal, doch manchmal verschwindet ihr Gesicht und es fallen Schubladen von Dächern mit lautem Getöse. Stimmen, wispernd wie Mäuse. Warum so ängstlich? denke ich. Höre meine dunkle Stimme, wie Donnerhall. Weiß den Weg. Erleichtert danken die Mäuse und fliehen in kopfloser Furcht. Meine Hündin untersucht die leeren Schubladen, nicht der kleinste Krümel bleibt. es ist nicht wahr oder? Doch?
Ein altes Lied geht mir durch den Kopf und gehe ich den falschen Weg. Züge rattern, Autos hupen.
Wer ist er? Lebt er noch? Freue mich über seine Faulheit. Würde er mich sonst besuchen oder er hätte verrückte Einfälle. Nachher schriebe er mir noch einen Brief?
Eine Familie taucht auf.: „ Oh, ein Husky, darf ich den streicheln? Wieso hat der zwei verschiedene Augenfarben?“ Die Papiertüte über dem Kopf trägt meinen Mund. Freundlich gibt sie Auskunft. Misstrauisch beobachtet, ist der Mund schnell und geschickt, weiß wann er lächeln muss. Unter Pilzen werden winzige Kinder gefesselt. Sehne ich mich zu den Wolken. Die Tochter der Familie will die Hand des Vaters nehmen, die erschrocken zurückweicht. Schaue wieder in dieses verlegene, wortreiche Erklären. Alles bleibt stumm. Sehe in das schöne Tal während das Mädchen sich auszieht mit diesem Gesichtsausdruck, den Kinder haben, wenn sie wissen, dass nichts mehr zusammen passt. „ Ja, schönen Sonntag noch“ Pisst er mir ins Gesicht, weine ich, soll mich doch nicht so anstellen.
Müde bin ich. Einfach nur müde liege ich mitten auf dem Weg. Lasse die Tränen laufen. Meine Hündin tröstet mich. Wo bin ich hier?
Nein, niemand soll mich so finden, so sehen. Laufe den Weg, sehe nichts, spüre nichts, laufe nur noch, laufe, laufe.
Jeder Wald ist überall Wald. Ich kann mich blind in jeden Wald fallen lassen. Wenn der Wald dann meint, ich solle wieder zu Hause sein, stehe ich wieder vor meiner Haustüre. Hastig aufschließend, zittrig vor Angst und Hunger. Blasen an meinen Füßen. Meiner Hündin ist das egal, sie kennt mich. Zu hungrig um zu essen, schlinge ich Haferflocken mit Kakao runter. Dumpf falle ich aufs Bett, schlafe schlagartig ein.
Wie lange habe ich geschlafen? Das Telefon schellt. „Hab ich dich geweckt? Was machst du? Gehts dir gut?“ „ Ja, Ja, “höre ich mich sagen. „Hab einen Spaziergang gemacht, war schön. Danach schlaf ich immer gerne ein bisschen. Nee, gut, dass du mich geweckt hast
bin ich und kitte und klebe
und wieder bricht alles.
Wie kleine Explosionen.
Dann passt wieder mal nichts zusammen.
ein Stück, wie ein alter Mann, der nie dazu lernen konnte.
Bin das junge Mädchen, das lieber eine Blume wäre.
Spüre den noch sehr jungen Mann, der in die Welt stürmt voller Mut und verloren in der Ecke steht der kleine Junge, verängstigt, träume ich von mir.
Ein langer grader Weg, führt er durch hohe, dunkle Fichten und scheint ohne Ende. War doch alleine losgegangen, meine Hündin an der Leine. Meine Angst und Wut im Bauch. Soviel davon, dass ich mal locker aufs Frühstück verzichten konnte. Wer atmet da hinter mir? Keucht meinen Namen flüsternd mir ins Ohr. Habe den Gestank von ihm in der Nase.
Schön auf dem Weg bleiben. Auch der Fichtenbestand ist begrenzt. An seinem Rand jetzt wild wuchernde Sträucher, grasbewachsener Weg. Es gibt diese Stellen im Wald, an denen scheinbar jäh alles endet. Hier ist es hell und nie von anderen gesehen. Plötzlich ist kein Weg mehr da, muss ich aufmerksam sein. Sehe, wo es weiter gehen könnte. Stille, starrer Moment, wie auf einem Foto. Nur meine Hündin und ich, wir bewegen uns. Steht er vor mir, halb verlegen, halb triumphierend, hat dieses dämliche Grinsen, bettelnde Augen. Sehe ich das Messer in meiner Hand. Sticht es auf ihn ein oder tue ich das?
Dunkelrotes Blut, moosgrüner Waldboden, schöne Farben.
Tauche ich auf der Strasse auf, sind dann da Radfahrer. Emsig strampeln sie an mir vorbei. Ein Auto wird zu mir und dann ganz schnell an mir vorbei gefahren. Auf der anderen Straßenseite steht er mit dem Messer in der Hand. Während ich auf ihn zugehe, höre ich seine üblichen, wortreichen Entschuldigungen. Seine Erklärungen und nie spricht er auch nur einen Satz zu Ende. Meine Hündin entdeckt am beginnenden Waldweg ein Kaninchen, zerrt an der Leine. Steht da eine Frau auf einem gefällten Baum. Sehe in ihr meine Schwester, tonlos und starr immer wieder diesen Satz wiederholend. Ihr versichern, wie recht sie doch habe, frage ich dann, was wir denn tun können. Meine Hündin ist jetzt mit der Maus beschäftigt, die sie unter Blättern wähnt. Ich liebe es, wenn sie so stehen bleibt, den Kopf leicht schief legt und wunderschön ist mit ihrem Jagdtrieb.
Und hier geht es in den Keller der toten Kinder. Sind Reste ihrer entstellten Skelette, zerstückelte Knochen, zertrümmerte Schädel. Sanft scheint der Mond auf meine Haut. Mordlust durchströmt mich, alles zerschlagen und mich vom Rand der kleinen Schlucht da vorne auf die schöne, lange abgestorbene Fichte stürzen.
An der nächsten Kreuzung begegnet uns ein Paar ohne Gesichter. Sein gurkenförmiger Kopf trägt statt einem Gesicht, rote, kleine Punkte. Wie Pickel. Sie wirkt ganz normal, doch manchmal verschwindet ihr Gesicht und es fallen Schubladen von Dächern mit lautem Getöse. Stimmen, wispernd wie Mäuse. Warum so ängstlich? denke ich. Höre meine dunkle Stimme, wie Donnerhall. Weiß den Weg. Erleichtert danken die Mäuse und fliehen in kopfloser Furcht. Meine Hündin untersucht die leeren Schubladen, nicht der kleinste Krümel bleibt. es ist nicht wahr oder? Doch?
Ein altes Lied geht mir durch den Kopf und gehe ich den falschen Weg. Züge rattern, Autos hupen.
Wer ist er? Lebt er noch? Freue mich über seine Faulheit. Würde er mich sonst besuchen oder er hätte verrückte Einfälle. Nachher schriebe er mir noch einen Brief?
Eine Familie taucht auf.: „ Oh, ein Husky, darf ich den streicheln? Wieso hat der zwei verschiedene Augenfarben?“ Die Papiertüte über dem Kopf trägt meinen Mund. Freundlich gibt sie Auskunft. Misstrauisch beobachtet, ist der Mund schnell und geschickt, weiß wann er lächeln muss. Unter Pilzen werden winzige Kinder gefesselt. Sehne ich mich zu den Wolken. Die Tochter der Familie will die Hand des Vaters nehmen, die erschrocken zurückweicht. Schaue wieder in dieses verlegene, wortreiche Erklären. Alles bleibt stumm. Sehe in das schöne Tal während das Mädchen sich auszieht mit diesem Gesichtsausdruck, den Kinder haben, wenn sie wissen, dass nichts mehr zusammen passt. „ Ja, schönen Sonntag noch“ Pisst er mir ins Gesicht, weine ich, soll mich doch nicht so anstellen.
Müde bin ich. Einfach nur müde liege ich mitten auf dem Weg. Lasse die Tränen laufen. Meine Hündin tröstet mich. Wo bin ich hier?
Nein, niemand soll mich so finden, so sehen. Laufe den Weg, sehe nichts, spüre nichts, laufe nur noch, laufe, laufe.
Jeder Wald ist überall Wald. Ich kann mich blind in jeden Wald fallen lassen. Wenn der Wald dann meint, ich solle wieder zu Hause sein, stehe ich wieder vor meiner Haustüre. Hastig aufschließend, zittrig vor Angst und Hunger. Blasen an meinen Füßen. Meiner Hündin ist das egal, sie kennt mich. Zu hungrig um zu essen, schlinge ich Haferflocken mit Kakao runter. Dumpf falle ich aufs Bett, schlafe schlagartig ein.
Wie lange habe ich geschlafen? Das Telefon schellt. „Hab ich dich geweckt? Was machst du? Gehts dir gut?“ „ Ja, Ja, “höre ich mich sagen. „Hab einen Spaziergang gemacht, war schön. Danach schlaf ich immer gerne ein bisschen. Nee, gut, dass du mich geweckt hast
samuel - 25. Aug, 14:24
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