merkwürdige Äußerung
Mein Künstlerkollege und Freund brachte nun zum wiederholten male diese merkwürdige Äußerung, er sei neidisch auf mein Thema, auf meine Geschichte.
Er habe da nichts vergleichbares vorzuweisen. Ich wüsste wenigstens warum ich Kunst machen müsse.
Nun einmal so ein Gedanke, da schnappe ich nach Luft und komme kaum noch zum Atmen, doch da rede ich noch mit ihm darüber. Versuche Missverständnisse zu klären.
Monate später dieselben Gedankengänge, laut von ihm vorgebracht. Da werde ich wütend, traurig und bin entsetzt.
Er besorgt mir eine Ausstellungsmöglichkeit, 500 € Reinverdienst wären für mich drin. Für ihn wären dabei fast das dreifache drin. Ich lehne ab, ich stelle meine Bilder nicht aus, weil evtl. Verdienstmöglichkeiten damit verbunden sind. Ich stelle nur dann was aus, wenn ich meine, etwas zu sagen zu haben, etwas öffentlich sagen zu haben. Ich habe dann auch nichts dagegen, wenn meine Arbeit entlohnt wird. Ich muss das so machen für mein Seelenheil. Wohl wütend, weil ihm ein gutes Geschäft durch die Lappen geht, sagt er zu diesen Argumenten von mir, ich trüge meine wunde Seele vor mir her, würde mich hinter meiner Geschichte verstecken.
Mir tut das weh.
Ich verstecke mich nicht hinter meiner Geschichte. Das habe ich früher getan oder besser gesagt ich war in ihr versteckt. Heute stelle ich mich schützend vor meine Geschichte.
Tja, ich kann die gut verstehen, die sich nicht offen dazu äußern wollen, dass sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Es wird gegen sie verwand, immer von fast jedem. Von ähnlichen oder ebensolchen Opfern werde ich schnell mal wie ein Verräter gesehen, wie einer, dem es um Opfervorführung ginge. Von den weniger informierten von den sogenannten „Nichtbetroffenen“, die es genau betrachtet gar nicht geben kann, werde ich als Mitleidsjäger eingestuft. Als einer der es immer noch nicht hinter sich gelassen hat. Als einer der ewig entwicklungsgehemmt bleibt. Was ich hinter mich gebracht habe, was ich bewältigt habe, wie ich mich entwickelt habe, das können sich die meisten einfach nicht vorstellen, weil sie nicht glauben, das Menschen solch einen Überlebenswillen haben. Sie können es nicht glauben und sehen, weil sie einen meistens wohlgelaunten, liebevollen, offenen und interessierten Menschen in mir vor sich sehen. Mitleid erlebe ich als Abwehr. Also bin ich nicht daran interessiert. Doch es ist die alte Geschichte, Hiob wurde bestraft für das Überbringen der schlechten Nachricht. Ich habe die Wunden doch nicht gerissen, auf die ich hinweise. meine persönliche Geschichte geht nur meine besten Freunde was an. Doch bin ich der Meinung, dass es unbedingt nötig ist, öffentlich, klar, laut und überdeutlich immer wieder daraufhin zu weisen., dass wir täglich den Missbrauch von Kindern gleichgültig geschehen lassen. Ich kann nur hoffen, dass es mir viele Menschen gleichtun und ihre Empfindlichkeiten deutlich vor sich hertragen. Dieses ständige, „Faust – in – der -Tasche“ machen, dieses ständige, Wahrheiten verbergen wollen, halte ich nur dafür geeignet, jeder Form von Missbrauch Vorschub zu leisten.
Zu lange musste ich mich verstellen, lügen um den Täter zu schützen.
Übrigens die Täter verstehen meine Haltung und mein Herz auf der Zunge noch am besten. Sie fühlen sich entlarvt, entdeckt. Sie regen sich am meisten über mich auf.
Also, ich begehe, ganz eindeutig, ständig diese öffentliche Seelenschau, um mich vor Tätern zu schützen. Und um so zorniger oder angeblich wohlwollend kritischer, ja, sogar neidischer, wie ich nun lernen musste, ein Mensch auf mich und meine Art, meine Geschichte als Mittel einzusetzen, reagiert, um so klarer sehe ich den Menschen vor mir, der deutlich sein missbräuchliches Verhalten verteidigen will.
Denn das Thema ist ja deshalb so schwierig, weil wir alle in irgendeiner Form Missbraucher sind. Abhängigkeiten ausnutzen wollen. Freiheit verhindern wollen.
Es ist deshalb ja so ein langer Weg dahin, das Kinder geschützter und geförderter groß werden können, weil niemand vorhat sich evtl. scharfe Kritiker seiner Selbst groß zu ziehen. Licht ist ein gutes Mittel gegen Missbrauch!
Er habe da nichts vergleichbares vorzuweisen. Ich wüsste wenigstens warum ich Kunst machen müsse.
Nun einmal so ein Gedanke, da schnappe ich nach Luft und komme kaum noch zum Atmen, doch da rede ich noch mit ihm darüber. Versuche Missverständnisse zu klären.
Monate später dieselben Gedankengänge, laut von ihm vorgebracht. Da werde ich wütend, traurig und bin entsetzt.
Er besorgt mir eine Ausstellungsmöglichkeit, 500 € Reinverdienst wären für mich drin. Für ihn wären dabei fast das dreifache drin. Ich lehne ab, ich stelle meine Bilder nicht aus, weil evtl. Verdienstmöglichkeiten damit verbunden sind. Ich stelle nur dann was aus, wenn ich meine, etwas zu sagen zu haben, etwas öffentlich sagen zu haben. Ich habe dann auch nichts dagegen, wenn meine Arbeit entlohnt wird. Ich muss das so machen für mein Seelenheil. Wohl wütend, weil ihm ein gutes Geschäft durch die Lappen geht, sagt er zu diesen Argumenten von mir, ich trüge meine wunde Seele vor mir her, würde mich hinter meiner Geschichte verstecken.
Mir tut das weh.
Ich verstecke mich nicht hinter meiner Geschichte. Das habe ich früher getan oder besser gesagt ich war in ihr versteckt. Heute stelle ich mich schützend vor meine Geschichte.
Tja, ich kann die gut verstehen, die sich nicht offen dazu äußern wollen, dass sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Es wird gegen sie verwand, immer von fast jedem. Von ähnlichen oder ebensolchen Opfern werde ich schnell mal wie ein Verräter gesehen, wie einer, dem es um Opfervorführung ginge. Von den weniger informierten von den sogenannten „Nichtbetroffenen“, die es genau betrachtet gar nicht geben kann, werde ich als Mitleidsjäger eingestuft. Als einer der es immer noch nicht hinter sich gelassen hat. Als einer der ewig entwicklungsgehemmt bleibt. Was ich hinter mich gebracht habe, was ich bewältigt habe, wie ich mich entwickelt habe, das können sich die meisten einfach nicht vorstellen, weil sie nicht glauben, das Menschen solch einen Überlebenswillen haben. Sie können es nicht glauben und sehen, weil sie einen meistens wohlgelaunten, liebevollen, offenen und interessierten Menschen in mir vor sich sehen. Mitleid erlebe ich als Abwehr. Also bin ich nicht daran interessiert. Doch es ist die alte Geschichte, Hiob wurde bestraft für das Überbringen der schlechten Nachricht. Ich habe die Wunden doch nicht gerissen, auf die ich hinweise. meine persönliche Geschichte geht nur meine besten Freunde was an. Doch bin ich der Meinung, dass es unbedingt nötig ist, öffentlich, klar, laut und überdeutlich immer wieder daraufhin zu weisen., dass wir täglich den Missbrauch von Kindern gleichgültig geschehen lassen. Ich kann nur hoffen, dass es mir viele Menschen gleichtun und ihre Empfindlichkeiten deutlich vor sich hertragen. Dieses ständige, „Faust – in – der -Tasche“ machen, dieses ständige, Wahrheiten verbergen wollen, halte ich nur dafür geeignet, jeder Form von Missbrauch Vorschub zu leisten.
Zu lange musste ich mich verstellen, lügen um den Täter zu schützen.
Übrigens die Täter verstehen meine Haltung und mein Herz auf der Zunge noch am besten. Sie fühlen sich entlarvt, entdeckt. Sie regen sich am meisten über mich auf.
Also, ich begehe, ganz eindeutig, ständig diese öffentliche Seelenschau, um mich vor Tätern zu schützen. Und um so zorniger oder angeblich wohlwollend kritischer, ja, sogar neidischer, wie ich nun lernen musste, ein Mensch auf mich und meine Art, meine Geschichte als Mittel einzusetzen, reagiert, um so klarer sehe ich den Menschen vor mir, der deutlich sein missbräuchliches Verhalten verteidigen will.
Denn das Thema ist ja deshalb so schwierig, weil wir alle in irgendeiner Form Missbraucher sind. Abhängigkeiten ausnutzen wollen. Freiheit verhindern wollen.
Es ist deshalb ja so ein langer Weg dahin, das Kinder geschützter und geförderter groß werden können, weil niemand vorhat sich evtl. scharfe Kritiker seiner Selbst groß zu ziehen. Licht ist ein gutes Mittel gegen Missbrauch!
samuel - 29. Sep, 00:47
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